Entstehung der Erinnerungskisten
Als junge Frau habe ich Christa Wolfs „Ein Tag im Jahr“ gelesen, und dieses Buch beeindruckte mich nachhaltig. Besonders fesselnd fand ich die Idee, die Erlebnisse eines einzigen Tages über viele Jahre hinweg zu beobachten und festzuhalten. Meine eigenen Versuche, ein ähnliches Tagebuch zu führen, blieben zwar ohne Erfolg – doch der Gedanke, die Tage im Jahr wie einen roten Faden durchs Leben zu verfolgen, hatte sich bei mir festgesetzt.
Auf der Suche nach einem persönlichen Geschenk für mein Patenkind, meine Nichte und für meine Tochter stieß ich - Jahre später - auf die großartige Idee eines Tagebuchkalenders von “Frau Schreiner”.
Für die Gestaltung der Postkarten hatte ich die Idee, wichtige Entdeckungen oder Ereignisse von verschiedenen Frauen zu suchen und diese den jeweiligen Tagen zuzuordnen. Also stürzte ich mich in ziemlich lange Recherche-Arbeit und das Ergebnis war ein Kalender, in dem über 450 Frauen und einige für Frauen wichtige Ereignisse vorgestellt werden. Leider konnten die restlichen 350 Frauen, denen ich während meiner Recherche begegnet bin, nicht alle einen Platz im Kalender bekommen.
Für die Aufbewahrung gestaltete ich eine kleine Kiste, die praktisch in ein Bücherregal oder auf den Schreibtisch gestellt werden kann. Hierbei war mir wichtig, dass die Kiste den Mädels gefiel, alle Karten aufnehmen konnte, aber auch nicht zu groß war. Außerdem musste ich die Kisten in meiner Werkstatt fertigen können. Und da schon drei liebe Freundinnen auch nach einer Kiste für ihre Töchter gefragt hatten, war es wichtig, dass ich die Kisten einigermaßen zeitnah bauen konnte. So entstand die Version eines Karteikastens aus Holz.